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Parameterschätzung

Zur Bestimmung der Häufigkeiten des gemeinsamen Auftretens von Wörtern wurde wie im Deutschen eine Fenstergröße von tex2html_wrap_inline23456 12 Wörtern vom Stimuluswort verwendet. Die Berechnung der Assoziationsstärken beruht ebenfalls auf der Assoziationsformel  gif. Die Parameter tex2html_wrap_inline23555 sowie tex2html_wrap_inline23478 und tex2html_wrap_inline23480 in der Formel wurden jedoch neu optimiert. Wiederum wurden zur Vereinfachung der Optimierung für tex2html_wrap_inline23478 und tex2html_wrap_inline23480 identische Werte angenommen. Die besten Ergebnisse ergaben sich für tex2html_wrap_inline23565 und tex2html_wrap_inline23567 . Der Wert für tex2html_wrap_inline23555 stimmt also annähernd mit dem für das Deutsche erhaltenen Wert von 0,68 überein. Die Werte für tex2html_wrap_inline23478 und tex2html_wrap_inline23480 mußten jedoch gegenüber dem für das Deutsche gefundenen Wert von 0,000005 vervierfacht werden.

Offenbar ist es im Englischen notwendig, die Vorhersage häufiger Wörter noch stärker zu begünstigen als im Deutschen. Dies spiegelt die Tatsache wieder, daß deutsche Versuchspersonen weniger einheitlich antworten als amerikanische, und daß amerikanische Versuchspersonen eher mit Wörtern hoher Korpushäufigkeit antworten. Dieser Unterschied im Verhalten der Versuchspersonen könnte dadurch erklärt werden, daß die Worthäufigkeiten  im Englischen im Mittel höher liegen als bei den entsprechenden deutschen Wörtern. Dies ist vor allem auf das weitgehende Fehlen flektierter  Formen zurückzuführen, wahrscheinlich aber auch auf einen insgesamt konformeren Sprachgebrauch. Möglicherweise könnte daher die benötigte Parameteränderung vorab durch eine Worthäufigkeitsanalyse erschlossen werden. Hierzu müßten aber noch weitere Sprachen untersucht werden.



Reinhard Rapp
Fri Jul 18 19:19:31 MET DST 1997